Einführender Überblick über das sich in den letzten Jahrzenten rasante entwickelte Fachgebiet der Medienpsychologie und Medienwirkungsforschung
Psychologisch optimiertes, integriertes Kommunikationsmanagement in einer hoch fragmentierten Medienwelt
Erkennen und beeinflussen wie Medieninhalte und Kommunikationsdesign auf Menschen wirken: System der Techniken und "Werkzeuge" zur Analyse, Planung und Optimierung von Medienwirkungen, Kommunikaten und Interaktions-Design
Behandlung der psychologischen Hintergründe in Wirkungsforschung und Kommunikationscontrolling: Aktivierung, Gestaltwahrnehmung, Gedächtnis, Emotionsebenen, mentale Kategorisierung, Motive, Einstellungen, Urteilsprozesse, etc.
Aktuelle Rahmenbedingung
Medien als Wirklichkeitskonstrukteure mit weitreichenden Möglichkeiten die Sichtweise von Individuen zu beeinflussen.
Medien spielen in unserer Gesellschaft für ihren Zusammenhalt und ihr Funktionieren sowie auch für das private und berufliche Leben der einzelnen Individuen eine wichtige Rolle. Mit der zunehmenden medialen Durchdringung von immer mehr Lebensbereichen ist diese Rolle in ihrer Bedeutung weiter gewachsen.
In der Medienfragmentierung der letzten Jahrzehnte haben neben den klassischen Mediengattungen wie TV, Radio und Zeitungen neue Medienkanäle wie das Internet, das Smartphone und die sozialen Medien Einzug gehalten. Damit wurde der Konzeptions- Gestaltungs- und Produktionsprozess von Medieninhalten noch herausfordernder.
Methodik
Einführender Überblick in die aktuellen interdisziplinären Grundlagen des Faches in Theorie und Empirie mit praktischen Anwendungsbeispielen, Analysen und Checklisten. Strukturiertes System an Kern-Prinzipien, Techniken und Methoden-Instrumentarium.
Thematischer Inhaltsüberblick der aufeinander aufbauenden Module (in Stichworten):
Kognitive, emotionale und motivationale Medienwirkungen:
Agenda Setting Funktion der Medien; Gatekeeping-Forschung; Nachrichtenwert-Faktoren
Need of Orientation; Medien-Framing; "negativity bias"; "Argument des Einzelfalls"
Kultivierungshypothese; Mainstreaming- Funktion der Medien
Mediale Stereotype und Stereotypisierung; "mental shortcuts"; verbreitete mediale Stereotype
Stereotype als "self fulfilling prophecies"; Stereotypen als Referenz der Selbstwahrnehmung
Persönlichkeitsfaktoren als Determinanten der Mediennutzung und -wirkung
Sensation seeking bei der Medienwahl; Angstlust; Psychotizismus
Kontrollmotivation; "need for cognition" vs. "need for affect""need for closure"; Konsistenz-Motiv
Theorie der Erregungsübertragung; Eskapismus mittels Medien
Mediennutzung- und wirkung: Mood-Management-Theorie; "Uses-and-Gratification-Ansatz"; selective exposure
Konzept der parasozialen Interaktion; Influencer als Ankerpersonen
Medien als Instrumente der Selbstpräsentation; Selbstbild und Modell-Lernen; Soziale Vergleichsprozesse; possible selves; "third-person-effect"
Medienproduktion, Mediengestaltung und Usability:
Fragestellungen zu Konzeption, Gestaltung bzw. Design; Media-Richness
"user-centered design"; Mediendesign als Problemlösungsprozess
Usability-Prinzipien; Informational-Utility-Ansatz; relevante Usability-Dimensionen zur Dialoggestaltung
Psychologische Basis des Clickbait: "information gap" und "curiosity gap"Fake News verbreiten sich sechsmal so schnell
"Media-Map" der psychologischen Wirkungs- und Nutzenprofile der verschiedenen Media-Channels: systematischer Überblick zu den Möglichkeiten und Grenzen der unterschiedlichen Medien-Kanäle
Medien als Regulations- und Persuasions-Tools: medienpsychologische Wirkungs- und Nutzungsgrundlagen. Integrative Instrumentalisierung in Wirkung/Nutzung von klassischen Medien bis Social Media: Informations-, Emotions- und Selbst-Bild-Märkte
Medien als Regulations- und Steuerungs-Tools von Kognitionen, Emotionen und Selbst-Bildern
Multi-Step-Flow of communication; Ablaufmodell der Mediennutzung
Telepräsenz; Online-Kommunikationsformen von Einzelpersonen; Online Identitäts-Repräsentation
Pseudonymität; Schein-/Fake-Identitäten; internetbezogene neue Identitäten
Theorie der Hyperpersonalen Interaktion; Soziale Informationsverarbeitungs-Theorie
SIDE (Social Identity and Deindividuation)-Theorie; Funktions-Kriterien von Online-Gemeinschaften
Common-Bond- bzw. Common-Identity-Theorie; Virtual-Culture-Ansatz
Modi der Online/Website-Nutzung; Nachrichtennutzungsstile
Selective-Exposure-Effekt im Rahmen der Online-Nutzung
Netzwerktheorien; Gratifikationen bei der Nutzung des Social Web; Social Media MarketingFunktionen von Sozialen Netzwerken
Medienwirkungsforschung: Der Mensch als Untersuchungsobjekt
Kurzübersicht zum Methoden-und Anwendungs-Inventar: Befragung, Panel- bzw. Trackingforschung, Gruppendiskussion, Beobachtung, Experiment, apparative Verfahren, Produkt- und Markttests, Motivforschung, Werbewirkungsforschung, Einstellungsforschung, Segmentationsforschung, Prognoseverfahren, etc.
Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile sowie Einsatzbereiche von qualitativen und quantitativen, reaktiven und non-reaktiven Methoden der Medienwirkungsforschung
Methodenüberblick der Informationsgewinnung: explorative, deskriptive und experimentelle Forschung
Beispielhafte kommunikationspsychologische Wirkungsanalysen, -prognosen und -techniken
Behandlung der psychologischen Hintergründe in Wirkungsforschung und Kommunikationscontrolling: Aktivierung, Gestaltwahrnehmung, Gedächtnis, Emotionsebenen, mentale Kategorisierung, Motive, Einstellungen, Urteilsprozesse, etc.
Diskussion spezieller Techniken, Verfahren und Anwendungen: Eye-Tracking, Implicit Association Test, fMRT, Social Media Monitoring, Social Listening, Customer Journey/Experience Analysen, Online-Befragung, Online-Beobachtungen, Marketing Intelligence, Mobile Research, Usability Test, nonreaktive Verfahren am Kommunikat, Semiotic Analysis, Sentiment Analysis, Automated Content Analysis, etc.
Josef Sawetz
Mag. phil. Dr. rer.nat.
Kommunikations- und Marketingpsychologie, Kognitive Neurowissenschaft josef.sawetz@univie.ac.at
Lehr- und Forschungstätigkeit seit 1990: Universität Wien, Universitätslehrgänge Markt- und Meinungsforschung sowie Öffentlichkeitsarbeit, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (Marketing- und Kommunikationspsychologie, Werbepsychologie, Database- und Micromarketing, Markt- und Meinungsforschung); Donau-Universität Krems (Master-Programme: PRPlus Public Relations, PR und integrierte Kommunikation, Kommunikation und Management, Educational Technology, Professional MBA Communication and Leadership, International Information & Communication Management); IIR; Business Circle; Lehrgangsleiter New Media Marketing Manager, Usability Manager, Knowledge- & Content Manager sowie Online-Redaktion am Wifi Wien; FH Burgenland (MA Information, Medien, Kommunikation); Werbeakademie (Diplomlehrgänge Kommunikationsmanagement und Social Media Management, Werbepsychologie kompakt, Praxisschmiede Messung von Werbewirkung); Kunstschule Wien; Wifi Oberösterreich; Wifi Management Forum (Kundenführung und -verführung, Kommunikationspsychologie für Führungskräfte, Profiling-Techniken in der Personalauswahl); BFI Salzburg & Wien; FH für Management & Kommunikation Wien (Kommunikationswirtschaft, Financial Management & Controlling); Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Studien der Betriebswirtschaft, Rechtswissenschaften, Soziologie, Sprachwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Psychologie
Seit 1980 Text, Konzept und Beratung in Werbeagenturen; psychologische Tiefeninterviews sowie Werbemittel- und Produkttests in Marktforschungsinstituten; Bereichsleitung für Konzernkommunikation, Marketing und Marktforschung in internationalen Handels- und Industriekonzernen.
Publikationen und Awards:sawetz.com Medienbeiträge ORF, Pro 7, Puls TV, Radio, Tages- und Wochenzeitungen, Fachzeitschriften, etc.: sawetz.com/media Aktuelles Forschungsprojekt: sawetz.com/research
Kommunikations- und Marketingpsychologie
Sawetz, J. (2022)
Grundlagen kommunikativer und persuasiver Prozesse aus Psychologie, Neurowissenschaften, Evolutionsbiologie, Systemtheorie und Semiotik. Wien. (663 Seiten, Nachschlagewerk zum State of the Art der aktuellen Theorien und Techniken, zahlreiche Abbildungen, Checklists und Toolboxes, umfangreiches Literaturverzeichnis)